Wie plane ich meine Hausarbeit?

Hallo,

so wie ich bist vielleicht auch du gerade frisch im Studium angekommen und stehst schon vor deiner ersten Hausarbeit und hast noch keinen Plan wo du anfangen sollst oder der du hast schon einmal eine Hausarbeit geschrieben und standest aber unter extremen Stress und Druck, sodass du große Angst vor der nächsten hast. Diese Angst möchte ich dir mit diesem Beitrag gerne nehmen. Ich möchte dir zeigen, wie du deine Hausarbeit planen kannst, um sie völlig stressfrei zu meistern und dabei auch noch Spaß hast.

Erstellung eines Monatsplans 

Ja ja, wir kennen sie alle: „die tollen Methoden“ der Professoren und Lehrer, die uns angeblich dabei helfen sollen, eine Hausarbeit zu strukturieren und überhaupt erst einmal einen Durchblick zu bekommen. Aber mal ehrlich – habt ihr die Promodoro-Methode*, die Mind-Map-Methode* oder die Free-Writing-Methode* schon einmal verwendet? Diese Methoden sind ja ganz nett und theoretisch vielleicht auch wirklich sinnvoll, aber letztendlich hatte ich nach der Anwendung dieser Methoden immer das Gefühl, Zeit verschwendet zu haben, da ich dann eher auch damit beschäftigt war, die Mind-Map schön anzumalen, beim Free-Writing habe ich mich doch nicht an die Regel gehalten den Stift nicht hochzunehmen und bei der Promodoro-Methode hat das mit den geplanten Pausen auch nicht immer geklappt, da ich nicht aufhören wollte als ich gerade mal in der Thematik drin war und die Pausen waren teilweise viel länger als geplant.

Wichtig beim Schreiben einer Hausarbeit ist, dass du ein gutes Gefühl hast. Sobald man nämlich das Gefühl hat, auf der Stelle zu trippeln oder Zeit zu verschwenden, ist man automatisch demotiviert und hat keinen Bock mehr weiter zu schreiben. Natürlich kann man sich auch bei der Anwendung der oben genannten Methoden wohlfühlen, doch falls es dir dabei genauso gehen sollte wie mir, dann habe ich nun einen anderen Vorschlag für dich:

Beginne deine Hausarbeit mit einem ordentlichen, gut durchdachten und realistischen Schreibplan. Vor einigen Monaten habe ich schon einmal einen Beitrag über Schreibpläne und Zeitmanagement geschrieben, jedoch ging es dabei eher darum wie man Lernen, Haushalt, Sport und Soziale Kontakte unter einen Hut bekommt. In diesem Beitrag geht es darum die viele Stationen, die man bei einer Hausarbeit durchlaufen muss, zu sortieren und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Und dabei hilft euch eben ein Schreibplan der genau diese Stationen beinhaltet.

Die folgenden Tipps und Modelle sind nicht alle komplett von mir alleine ausgedacht und erstellt worden. Viele dieser Tipps beruhen auf Anreizen von Professoren und Tutoren und auf Tipps, die ich auf einem Event der Uni gesammelt habe, bei dem es sich eine ganze Nacht um nichts anders als das Schreiben einer Hausarbeit gedreht hat.

Folgende Punkte sollten bei der Erstellung eines Schreibplans beachtet werden:

  1. Tragt euch euren Abgabetermin dick und fett in euren Kalender, sowie in euren Schreibplan ein. Damit ihr eure Ziel immer vor Augen habt.
  2. Erstellt euch zunächst eine Liste mit Dingen, die für die Hausarbeit erledigt werden müssen, sodass ihr später diese „Bausteine“ nur noch in euren Schreibplan eintragen müsst und abhaken könnt. Das können Dinge sein wie z.B. Thema finden, Fragestellung erstellen, Literatur ausleihen, lesen, Literatur aussortieren, Gliederung erstellen, geschriebenen Text überarbeiten, Korrektur usw.
  3. Wenn ihr euch nun daran macht die Bausteine in euren Schreibplan einzusetzen, überlegt euch zu aller erst welche Ziele ihr euch pro Woche und pro Tag setzten möchtet. Nehmt euch zu eurer Planung auch euren Kalender zur Hand, in dem eure Termine stehen, sodass ihr auch keine anderen Termine, die nichts mit der Hausarbeit zu tun haben, vergesst.
  4. Achtet dabei darauf, dass die Ziele realistisch sind, also plant euch auch ein, dass ihr mal in die Uni müsst, dass ihr noch andere Dinge für die Uni erledigen müsst, dass ihr mal arbeiten müsst, dass vielleicht Weihnachten und Silvester dazwischen liegen könnten, dass ihr euch mal mit Freunden treffen möchtet oder ihr mal die Familie sehen möchtet und lauter solche Dinge…
  5. Wenn ihr eure Ziele nun in die obere Tabelle (siehe Abbild unten) eingetragen habt, geht es quasi an die Detailarbeit. Nun habt ihr ja schließlich noch einige Punkte auf eurer Liste, die untergebracht werden müssen. Dafür ist die untere Tabelle eures Schreibplans da. Hier tragt ihr eure To-Do´s für den jeweiligen Tag ein. Ihr müsst nicht jeden Tag an der Hausarbeit schreiben, jedoch solltet ihr dann genügend Puffer einplanen, denn während des Schreibens können immer mal wieder Probleme auftauchen, die euch nach hinten werfen könnten. Es kommt bei der Planung jedoch auch auf die Länge eurer Hausarbeit an, also soll die 50 Seiten, 8 Seiten oder 3 Seiten lang sein. Da ist es natürlich klar, dass ihr für eine 50-seitige Arbeit mehr als nur vier Wochen benötigt und für eine drei-seitige vielleicht nur eine Woche oder ein paar Tage.

Und wenn ihr euren Schreibplan dann erstellt habt, könnte der beispielsweise so aussehen:

 

Wie ich mich erfolgreich durch Berge von Literatur kämpfe

Wenn ihr eine geeignete Quelle gefunden habt, kann ich euch nur empfehlen die wichtigsten Seiten zu scannen oder zu kopieren. Ihr könnt eure Bücher dann gleich wieder abgeben, sodass jemand anderes es sich ausleihen kann und eurer Bücherstapel schrumpft.

Wie ich am besten Texte bearbeite

 

Bevor ihr anfangt euch Notizen aus einem Text herauszuschreiben, überlegt vorher, ob der Text wirklich relevant für eure Arbeit ist.

Fragt euch, ob der Text viel Basiswissen voraussetzt oder ob es vielleicht doch noch einen einfacheren Text für den Anfang gibt.

Ihr könnt oftmals schon am Inhaltsverzeichnis eines Buches sehen, ob ihr in dieser Quelle wertvolle Texte für eure Arbeit finden werdet oder nicht.

Achtet bei der Auswahl euerer Texte auf das Jahr der Erscheinung. Wenn es ein älterer Text ist, solltet ihr euch beispielsweise fragen, ob es gut ist, dass der Text älter ist. Das kann manchmal durchaus der Fall sein, wenn ihr beispielsweise Vergleiche mit der Vergangenheit ziehen wollt oder Statistiken erstellen möchtet. Bei aktuellen Themen solltet ihr jedoch auch eher aktuellere Quellen wählen.

Habt bei eurer Recherche keine Angst vor „Wälzern“ oder schwierigen Texten. Ihr müsst nicht immer alles lesen und alles verstehen. Es reicht manchmal auch aus nur einen Satz aus einem Text zu verstehen, der euch aber trotzdem weiter bringt. Manchmal findet man auch gerade in solchen Texten passende Zitate. Stöbert auch mal in den „Wälzern“ eures Themas rum. Ihr müsst sie ja nicht unbedingt ausleihen, mit nachhause nehmen und komplett lesen, aber geht einfach mal das Inhaltsverzeichnis durch und such nach passenden Ergänzungen, Vertiefungen oder auch Begriffserklärungen.

Wenn ihr euch dann Kopien von den wichtigsten Seiten eurer Quellen gemacht habt oder sie gescannt habt, könnt ihr eure Texte „richtig“ bearbeiten. Bewaffnet euch mit Marker und Bleistift und markiert wichtige Informationen und kommentiert euch an den Rand wozu diese gut sind. Wiederholt also nicht den Inhalt der markierten Passage, sondern schreibt euch so etwas wie „Grund/ Ursache“, „Definition „, „Kritik“ oder ähnliches an den Rand, aber so, dass ihr kurz und knapp versteht worum es hier grob geht. Notizen sind außerdem hilfreich, da ihr so nicht ständig eure Markierungen suchen müsst und alles doppelt und dreifach lesen müsst. Das ist nämlich ein ziemlich nerviger Zeitaufwand, den ihr euch somit sparen könnt. Und wenn ihr dann auch noch möglichst einheitliche Randnotizen macht, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen ; )

Ich kann euch generell wirklich nur ans Herz legen, Hausarbeiten nicht zu verteufeln. Ich möchte nicht sagen, dass ihr sie zwanghaft gerne schreiben sollt, aber wie die Arbeit abläuft hat auch etwas mit eurer Einstellung zu tun. Wenn ihr euch die ganze Zeit sagt, dass ihr darauf kein Bock habt, wird sich die Arbeit auch nicht leichter schreiben lassen. Seit lieber still, zwingt euch zu denken, dass ihr das schafft und dann schafft ihr das auch! Motiviert euch selbst mit einer Belohnung oder sucht euch einen Hausarbeit-Buddy, also jemanden der vielleicht gerne Hausarbeiten schreibt, weil er Klausuren viel schlimmer findet. Zusammen macht das Schreiben – finde ich – eh mehr Spaß. Man kann zusammen Pausen machen, sich austauschen, checken ob man das Geschriebene selbst verstanden hat indem man es nochmal jemandem erzählt und man fühlt sich nicht so alleine.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg beim Schreiben eurer Hausarbeit, ich hoffe es waren ein paar hilfreiche Tipps dabei und wenn ihr noch ein paar Tipps habt, die ich jetzt noch nicht genannt habe, dann schreibt mir diese gerne hier in die Kommentare oder unter mein Bild bei Instagram, da heiße ich bienannaa.

Bis zum nächsten Mal,

eure Anna : )

Erläuterungen:

*Die Promodoro-Methode ist eine Methode, bei der man sich Wecker stellen soll und dann immer 20 Minuten lernen, 5 Minuten Pause machen und wenn man das 3-5 Mal gemacht hat, dann darf man sich mit einer längeren Pause von ein paar Stunden belohnen.

*Die Mind-Map-Methode soll einem dabei helfen einen Überblick über das Thema zu bekommen, indem man alle Infos in einer Mind-Map skizziert.

*Die Free-Writing-Methode ist dafür da, bevor man überhaupt mit der Erstellung der Fragestellung anfängt, alles niederzuschreiben was einem zum ausgewählten Thema einfällt. Das macht man 5 Minuten lang ohne den Stift für mehr als eine Sekunde hochzunehmen. Wenn einem nichts mehr einfällt schreibt man einfach nur „Blah Blah Blah“. Dadurch soll man herausfinden wie interessant man ein Thema wirklich findet. Man kann nämlich auch Fragen stellen.

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