Die Angst vor dem zu schnellen Erwachsen werden

Hallo ihr Lieben,

dies ist ein sehr persönlicher Blogpost, aber ich habe das Bedürfnis ihn mit euch zu teilen. Wie ihr der Überschrift bereits entnehmen könnt, geht es um das Erwachsen werden. Diana zur Löwin hat mich zu diesem Blogpost inspiriert. Sie macht nämlich Podcasts über das Erwachsen werden, denen ich beim Joggen sehr gerne zuhöre und mich von ihrer angenehmen Stimme mitnehmen lasse. Gerade beim Laufen denke ich über vieles nach und ihre Folgen haben mir schon oft geholfen meine wirren Gedanken zu ordnen. Und daher hier nun meine Gedanken zu dem Thema Erwachsen werden: 

Die Angst vor dem zu schnellen Erwachsen werden hat sich ehrlich gesagt erst in den letzten Monaten bei mir entwickelt. Ich habe langsam realisiert, dass ich nun in Nürnberg wohne und nicht mehr in Berlin, dass ich jetzt ganz alleine mit meinem Freund in einer eigenen Wohnung lebe, um die wir uns beide kümmern müssen und dass wir beide nun Verpflichtungen haben, die unsere Eltern vorher hatten.

Was mir an dieser „Erkenntnis“ Angst macht ist nicht, dass ich etwas falsch machen könnte, sondern viel eher dass ich etwas verpassen könnte. Mindestens 2 1/2 Tage der Woche gehen für den Haushalt drauf um Wäsche zu waschen, einkaufen zu gehen, zu putzen, zu kochen und anderen Kleinkram zu erledigen. Der Haushalt kostet wahnsinnig viel Geld und oftmals auch Nerven, wenn mal irgendetwas nicht geht oder kaputt ist.

Ich dachte eigentlich immer, dass ich wusste was auf mich zukommt. Ich war schon immer sehr selbstständig und meine Eltern konnten mich ruhigen Gewissens auch mal alleine Zuhause lassen. Doch seit kurzem habe ich das Gefühl, manches nicht so ganz bedacht zu haben. Ich meine damit nicht, dass ich es bereue den Schritt gewagt zu haben in eine andere Stadt zu ziehen, nein, ich merke nur, dass zu einem Aus- bzw. Umzug noch viel mehr als nur Selbstständigkeit und Organisationsfähigkeit dazugehört.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist einen Job in der neuen Stadt zu finden, sich an einer Uni einzuleben, Kontakte zu pflegen, alte und neue Bekanntschaften miteinander zu verknüpfen, Geld zu sparen und vor allem auch mal auf sich selbst Acht zu geben.

Nürnberg war quasi wie ein Neuanfang für mich. Niemand kannte mich und ich konnte  so sein wie ich wollte. Das hat mich aber immer ein wenig unter Druck gesetzt, denn ich wollte auf meine neuen Freunde spannend und interessant wirken. Ich wollte viel erleben, damit ich viel erzählen kann, doch dann habe ich gemerkt, dass es auch in Nürnberg genauso weiter ging wie in Berlin. Am Anfang war der eigene Haushalt, die Umstellung und die ersten Fahrten zurück in die Heimat total interessant und aufregend. Doch mittlerweile ist das alles zum Alltag geworden. Wenn ich nun etwas unternehmen möchte muss es immer in meinen Stundenplan, Arbeitsplan, Trainingsplan und Haushaltsplan reinpassen. Oft reicht die Zeit für spontane Events, Kurztrips oder andere Dinge nicht aus. Meine Wochen sind zwar immer voll mit irgendwelchen Terminen, aber meistens geht es nur darum alles auf dem Laufenden zu halten und nicht darum die Zeit mit Freunden/ Familie zu verbringen oder mal Zeit für sich zu haben.

Sport ist immer mein Ventil um den Stress abzulassen. Sobald der Sport ausbleibt, falle ich in ein Loch, aus dem man mich kaum rausbekommt. Sport treiben motiviert mich noch mehr zu machen, meinem Körper geht es gut und ich fühle mich wohl. Ohne Sport bin ich antriebslos und komme kaum aus dem Haus raus, da ich mich so unwohl fühle. Fußball macht mir einfach wahnsinnig Spaß mit meinen Mädels, beim Laufen kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und im Fitnessstudio kann ich an meine Grenzen gehen und mich auspowern.

Viele würden vielleicht sagen, dass ich ein total interessantes und aufregendes Leben habe, ich meine ich habe 2 1/2 Jahre eine Fernbeziehung geführt, war schon an so vielen schönen Orten auf dieser Welt und komme aus Berlin. Aber für mich geht nunmal noch mehr. Ich möchte immer noch mehr sehen und noch mehr erleben. Das kommt vermutlich auch daher, dass ich sehr durch Soziale Medien beeinflusst werde, sehe was andere machen und mir dann wieder denke was ich für ein langweiliges Leben vergleichsweise habe.

Wie denkt ihr darüber? Geht es euch ähnlich wie mir? Ich weiß, dass das ein absolutes Luxusproblem ist! Es gibt Menschen auf der Welt, die froh darüber wären überhaupt einen Haushalt führen zu können, eine Uni besuchen zu dürfen oder Sport zu machen! Ich will auch gar nicht sagen, dass mir das alles gar keinen Spaß macht, aber ich habe einfach Angst davor, irgendwann an einem Punkt im Leben zu stehen und das Gefühl zu haben meine Jugend nicht richtig gelebt zu haben, da ich mich schon so früh um „Erwachsenenkram“ kümmern musste.

Wer mich kennt weiß, dass ich immer sehr schnell nach Lösungen suche. Und auch diesmal habe ich eine Idee wie ich in Zukunft mit meiner Angst vor dem zu schnellen Erwachsen werden fertig werden könnte. Ich habe vielleicht auch einfach zu hohe Ansprüche an den Haushalt. Natürlich sollte es ab sofort nicht wie bei Hempels unterm Sofa bei uns aussehen, aber ich könnte manche Dinge etwas entspannter sehen, wie zum Beispiel nach der Uni vielleicht nicht sofort nachhause rasen, damit ich einkaufen gehen kann, sondern einfach mal noch ein wenig Zeit mit meinen Kommilitonen verbringen. Bei gutem Wetter abends nicht mehr bügeln, sondern nochmal im Park spazieren gehen mit einer Freundin oder Blogposts nicht mehr alleine daheim, sondern mit Freunden die auch lernen müssen in einem Cafe schreiben. Mit anderen Worten: Meine Zeit also mit Dingen verbringen, die mir wirklich Spaß machen und die vielleicht auch ein bisschen Futter für die Seele sind.

So, dieser Blogpost ging doch sehr lang und war sehr persönlich, aber ich weiß auch, dass die meisten Leser meines Blogs in meinem Alter sind und möglicherweise das selbe wie ich erlebt haben, weshalb dieser Beitrag eventuell nicht nur mir geholfen hat, sondern auch euch.

Denkt bitte immer daran, dass man aus jeder miserablen Situation eine Erfahrung macht, die einem irgendwann mal zugute kommen wird. Versucht die Dinge also stets positiv zu sehen, denn das macht das Leben viel einfacher und schöner.

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute und bis zum nächsten Mal,

eure Anna : )

2 Gedanken zu „Die Angst vor dem zu schnellen Erwachsen werden

  1. Man fühlt sich fast so, als würde man (zum Glück mit Befugnis 😀 ) in deinem Tagebuch stöbern hehe. Sehr ehrlich geschrieben! Und übrigens: Ich bügle nie. Ich gehe auch selbst einkaufen und mache meine Wäsche selbst, aber bügeln… Gebügelt habe ich schon seit Jahren nicht mehr, abgesehen vom „Aufbügeln“ verschiedener Abnäher etc. beim Mode entwerfen 😀 Ich hänge fast alle Oberteile aus „komplizierteren; nervigen Stoffen“ immer auf Bügel auf, schüttelte sie einmal aus und lass sie einfach an ner Stange trocknen und ich muss sagen das klappt super 😀 Bei weiten Hosen das gleiche und stretchige Hosen dehnen sich ja ohnehin aus wenn man sie anzieht und die Falten sind verschwunden 😀

    1. Haha ja über das Bügeln kann man sich tatsächlich streiten wie wichtig es ist 😀 Ich schaffe es auch nicht immer aber ich mag meine Klamotten eigentlich schon lieber gebügelt 😀 Es freut mich sehr, dass du den Beitag so gut findest 🙂 Ich bin gespannt wann es mal wieder einen von dir gibt 🙂 Alles Liebe deine Anna 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.