Kapstadt

Hallo Ihr Lieben,

im folgenden Blogpost möchte ich gerne mit euch meine Erfahrungen und Eindrücke aus Südafrika teilen. Nach sechs Tagen Kapstadt begann dann der Roadtrip auf der Garden-Route erst richtig, aber dazu komme ich in einem separaten Blogpost. Ich wünsche nun erstmal viel Spaß beim Lesen und hoffe bei dem ein oder anderen ein bisschen Urlaubsstimmung aufbringen zu können!

Tag 1

Nach einem laaangen Nachtflug von Nürnberg nach Frankfurt und dann weitere elf Stunden von Frankfurt nach Kapstadt, mussten zunächst einige organisatorische Dinge wie eine SIM-Karte, ein Mietwagen und eine Unterkunft her. Bis auf die SIM-Karte hatten wir von Deutschland aus alles geregelt. Unseren Mietwagen haben wir über Budget gebucht und unsere Unterkunft über Airbnb. Das hat soweit auch alles geklappt und nachdem wir all unser Gepäck im Airbnb verstaut hatten, brauchten wir erstmal Bewegung! Wir sind also Richtung Green Point Park gefahren und haben auf einem Parkplatz an der Promenade geparkt, um dort joggen zu gehen. Wir haben uns dabei sehr wohlgefühlt und die Aussicht auf das Meer war wunderbar! Es war sehr stürmisch, doch es gibt sicherlich auch Tage, an denen es dort nicht so windig ist. Nach dem Lauf waren wir dann noch schnell etwas einkaufen, haben im Airbnb gekocht und sind früh ins Bett.

Tag 2

Am zweiten Tag stand deutlich mehr auf dem Plan. Wir sind zunächst nach Bo-Kaap gefahren, um uns – wie einige andere Touristen auch – die bunten Häuser der Viertels anzuschauen.

Wir machten hier unsere ersten Erfahrungen mit den Parkplatzeinweisern. I.d.R. sind das Männer mit Warnwesten, die Dir zeigen, wo du parken kannst. Sie „helfen“ Dir beim Einparken, schauen auf Dein Auto wenn du z.B. einkaufen gehst und „helfen“ Dir auch wieder beim Ausparken. Dafür möchten sie dann ein paar Münzen. Ihre „Hilfe“ ist eigentlich überhaupt nicht nötig, aber es ist eben ihr Geschäft. Oft steht auch geschrieben, dass dies offizielle Parkplatzeinweiser sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Männer auch mal Schlagstöcke haben (das war aber nur ein Mal so!) und machmal sehr unfreundlich sein können. An sich sind die Männer immer sehr nett und lassen sich lustige Dinge einfallen. Wenn man dann den Parkplatz wieder verlässt, gibt man ihnen durch das Fenster so viel Geld wie man möchte. Wir haben ihnen immer fünf bis zehn Rand gegeben (30-50 Cent) und damit waren die Männer mehr als glücklich. Das gleiche gilt für die Männer an der Tankstelle. Man stellt sich einfach an eine Zapfsäule, sagt dem Mann was er tanken soll und dann gibt man ihm nach dem Zahlen der Tankfüllung ein wenig Trinkgeld.

Wir liefen dann noch durch das Zentrum. Das war jedoch nicht besonders sehenswert und wir haben uns dabei auch ein wenig unwohl gefühlt. Ich habe keine Bilder, weil ich meine Kamera ungern tragen wollte, denn schnell kommt man in Straßenzüge, auf denen Menschen „lungern“ und keine weißen Menschen mehr zu sehen waren.

Bitte versteht mich hierbei nicht falsch: ich unterscheide Menschen definitiv nicht nach ihrem Aussehen oder ihrer Hautfarbe, doch in Kapstadt bzw. generell Südafrika spürt man die Folgen der Apartheid doch noch sehr. Es gibt noch immer große Unterschiede zwischen den Lebensverhältnissen der „Weißen“ und „Schwarzen“. Die meisten „Schwarzen“ leben in den Vororten Kapstadts rund um den Flughafen in den sog. „Cape Flats“. Dies sind viele viele Blechhütten aneinandergereiht, in denen die Menschen leben, arbeiten und ihre Kinder großziehen. In den Flats ist die Kriminalitätsrate aufgrund vieler Banden enorm hoch. Weißen Menschen wird besonders davon abgeraten sich in diese Viertel zu begeben. Es gibt „Township Touren“. Sicher ist es spannend sich anzusehen, wie die Menschen dort leben. Wenn man an den Townships vorbeifährt sieht man immer nur Zäune mit Stacheldraht und den Blechhütten dahinter. Was wirklich hinter den Zäunen vor sich geht, sieht man von außen nicht. Ob man jedoch wirklich eine Tour macht oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden. Wir haben uns dagegen entschieden – aus verschiedenen Gründen, die ich an dieser Stelle nicht ausführe, da das vermutlich den Rahmen sprengen würde. Wenn ihr Interesse daran oder spezielle Fragen habt, dann lasst mich das gerne in den Kommentaren wissen!

Nach unserer „City-Tour“ ging es dann in den Botanischen GartenKirstenbosch. Der 36 Hektar große Garten verfügt über viele schöne Ecken und hat einiges zu bieten! Es gibt einen Pfad durch die Baumkronen, einen Open-Air Bereich, auf dem regelmäßig Konzerte und Shows stattfinden, viele gemütliche Ecken zum Picknicken und Aussicht genießen sowie ein Restaurant, in dem afrikanische Live-Musik gespielt wird. Außerdem kann man vom Botanischen Garten aus auch auf den Tafelberg wandern. Diese Wanderroute ist weniger touristisch und auch einiges anspruchsvoller als die bekannte Wanderroute, die parallel zur Gondel verläuft – dazu aber später mehr. Dass hier übrigens alles so grün war, lag daran dass zu der Zeit zu der wir in Südafrika waren, Spätsommer war (d.h. gegen Ende Februar bis Mitte März).

Das ist der Tree Canopy Walkway
Grüne Wiesen mit Blick auf den Tafelberg hat man fast überall!

Es ging dann weiter nach Hout Bay. Eine kleine Bucht mit einem kleinen (!) Hafen, einigen Straßenkünstlern und einem Strand mit Blick auf den Chapmans Peak Drive.

Der letzte Stop des Tages war Camps Bay. An dieser Bucht fühlt man sich ein bisschen wie in Kalifornien (nicht, dass ich da mal gewesen sei). Hinter dem Strand befindet sich eine wunderschöne Palmen-Allee, dahinter eine Straße mit lauter schönen Restaurants, von denen aus man einen tollen Blick aufs Meer hat!

Eine große Restaurant-Empfehlung ist das Surfshack Diner!
Das Essen hier sieht nicht nur unglaublich gut aus,
sondern schmeckt auch so und ist dazu noch sehr günstig!
Es gibt in Camps Bay auch einen „Bade-Bereich“, doch der war leer, denn
das Wasser des atlantischen Ozeans ist unglaublich kalt! Wer baden
möchte sollte dies lieber im pazifischen Wasser tun!

Tag 3

Über die App Jodel haben wir lustigerweise zwei Mädels aus Deutschland kennengelernt, mit denen wir gemeinsam eine Wanderung auf den Tafelberg gemacht haben. Der Tafelberg gehört zu den absoluten To-Do´s, die man gemacht haben sollte, wenn man in Kapstadt ist. Die Einwohner sehen das anders, aber Touris stehen voll drauf! Das sieht man auch an den Schlangen vor der Gondel. Da wir auf langes Warten und Ticket kaufen keine Lust hatten, haben wir uns für die etwas anspruchsvollere Möglichkeit des Hinaufkommens entschieden – der Wanderung vom Botanischen Garten Kirstenbosch aus. Wir mussten hier zwar auch Eintritt zahlen (umgerechnet sieben Euro), jedoch völlig ohne Wartezeit. Es gibt noch eine andere Wanderroute, die ganz in der Nähe der Gondel startet, jedoch muss man dann den selben Weg wieder hinunter, den man bereits hinauf gestapft ist. Wir sind somit vom Botanischen Garten aus gestartet und den anderen Weg wieder hinunter. Die Aussicht oben war dieselbe, doch waren wir um einiges stolzer sie genießen zu dürfen, als die Leute, die die Gondel genommen hatten! Zur Aussicht muss ich nicht viel sagen. Ich denke Bilder sagen mehr als Worte.

Es ist eine Wanderung über Stock und Stein mit nicht immer ganz leichten Wegen.
Es war aber ein toller Tag in der Natur!
Hier sieht man den Lions Head
Drei sehr (!) glückliche Mädels!
Und ein glücklicher Mann hinter der Kamera ; )

Die Wanderung hat inklusive Bilder machen und ein bisschen Picknicken sechs Stunden gedauert. Reine Bewegungszeit waren es aber nur vier Stunden. Also gar nicht mal so ohne. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wir glücklich wir waren, als wir nach einer Dusche am Abend im Restaurant vor unserem Essen saßen!

Ein weiterer Restauranttipp ist das Life Grand Café an der Waterfront!
Wir haben übrigens total gerne das Savanna (dry) Cider getrunken.
Einen Spaziergang entlang der Waterfront kann ich übrigens auch sehr empfehlen!
Hier gibt es viele kleine süße Shops und Restaurants – natürlich mit Blick auf den
Tafelberg oder auf den Hafen.

Tag 4

Kapstadt hat viele schöne Märkte und auch wir haben dem ein oder anderen einen Besuch abgestattet. Besonders schön war der Oranjezicht City Farm Market!

Wir entwickelten hier eine besonders große Liebe zu getrockneten Mangos!

Und weil wir von Wanderungen nicht genug bekommen konnten, ging es gleich weiter auf den Lions Head. Die Wanderung war deutlich kürzer als die auf den Tafelberg, aber auch nicht ganz einfach. An einer Abzweigung kann man zwischen einem leichteren und einem anspruchsvolleren Weg wählen (rechts ist anspruchsvoller, links einfacher aber länger). Das letzte Stück zum „Head“ muss man aber klettern, das ist aber machbar! Die Aussicht ist – obwohl der Lions Head nicht so hoch ist wie der Tafelberg – ebenso atemberaubend und man möchte eigentlich gar nicht mehr runter!

Am Abend fuhren wir dann noch für den Sonnenuntergang – eingedeckt mit Snacks – zum Signal Hill. Solltet ihr das auch vorhaben, schaut vorher wann der Sonnenuntergang ist, damit ihr auch rechtzeitig da sein könnt. Ihr könnt mit Uber hoch fahren oder aber auch mit dem eigenen Auto. Parkt dann aber am besten so weit unten wie möglich, denn es kommt nach dem Sonnenuntergang immer (!) zu Stau auf der engen Straße und je weiter unten ihr geparkt habt, desto schneller kommt ihr dort auch wieder weg. Der Signal Hill ist abends auf jeden Fall der Ort, an dem man sein möchte. Es treffen sich viele Gruppen mit Snacks, Wein und Musik und genießen die schöne Abendsonne.

Tag 5

An Tag fünf waren wieder einige Stops geplant. Zunächst fuhren wir nach Muizenberg – ein schöner Ort mit bunten Badehäuschen. Wer möchte kann hier surfen oder einfach die Zeit am Strand genießen.

Als nächstes ging es weiter nach Simon´s Town zum bekannten Boulders Beach – der Strand der Pinguine. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten die Pinguine zu sehen. Wenn man recht am Anfang der Stadt parkt, kann man – ohne etwas zu zahlen – an den Strand laufen und mit Glück ein paar Pinguine sehen. Wir hatten Glück. Wenn man dann noch etwas weiter läuft kommt man zu der ersten Kasse. Hier kann man die Pinguine von einem Steg aus beobachten. Wer ihnen aber noch näher kommen möchte, sollte noch weiter laufen zur zweiten Kasse! Man muss hier ein bisschen zwischen den Felsen turnen, kann den Pinguinen aber deutlich näher kommen. Da wir bereits Pinguine zu Gesicht bekommen hatten, haben wir beschlossen die zehn Euro Eintritt lieber in eine andere Sache zu investieren und beließen es dabei.

Nach dem Boulders Beach ging es auf direktem Weg zum Kap der Guten Hoffnung. Das Kap liegt in einem National Park, d.h. man muss Eintritt zahlen, doch das lohnt sich! Wir sind zunächst zum New Cape Point Lighthouse gefahren und haben dort zum ersten Mal Kontakt mit Baboons gehabt. Baboons sind unglaublich verfressene Affen, die auf sehr dreiste Art und Weise versuchen an Essen zu kommen! Sie öffnen Kofferräume und Türen von Autos, verfolgen Menschen bis sie ihnen Essen geben oder klauen es ihnen direkt aus der Hand. Es laufen daher Ranger mit Gewehren herum, die die Tiere verjagen. Ihr solltet Eurer Essen daher einfach gut verschließen und auf keinen Fall den Affen zeigen, da diese auch beißen. Vom Lighthouse aus sind wir dann zum Kap der Guten Hoffnung gelaufen. Das war sehr schön, aber auch sehr (!) windig. Auf einem Steg läuft man entlang der Klippen und Strände zu dem Touri-Point: dem Kap-Schild. Ein Bild davor darf natürlich bei einem Blogpost über Kapstadt nicht fehlen!

Dieses Brot gehört dann ihm…
Hier seht ihr das Lighthouse. Man kann natürlich auch vom Kap der Guten Hoffnung zum Lighthouse laufen, dann läuft man jedoch mehr bergauf.

Vom Kap der Guten Hoffnung ging es dann über den Chapmans Peak Drive zurück nach Kapstadt. Die Panoramastraße ist wunderschön und man hat eine tolle Aussicht auf Hout Bay!

Tag 6

Diesen Tag verbrachten wir auf einem gemieteten Boot. Es war eine sehr schöne Zeit, die wir zu zweit genossen. Für eine Weile leistete uns ein Wal Gesellschaft während wir in der Bucht von Clifton ankerten. Das war spannend und beängstigend zugleich! Leider konnten wir keine Bilder von dem Wal machen, weil er immer genauso plötzlich wieder weg war, wie er auch auftauchte. Städte, Inseln und Länder von der Wasserseite aus zu erkunden ist etwas sehr schönes. Solltet ihr mal die Möglichkeit dazu haben, dann macht das auf jeden Fall! Wir konnten so noch einige Dinge mehr sehen und hatten auf die Wahrzeichen der Stadt nochmal einen ganz anderen Blick!

Die Robben von Hout Bay

Wir haben die Zeit in Kapstadt sehr genossen und haben für die kurze Zeit viel erlebt und gesehen! Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit dazu hatten. Im nächsten Blogpost werde ich mit Euch dann auch noch die Eindrücke und Erlebnisse von der Garden Route teilen. Ihr könnt Euch auf ganz viel Natur und Wildnis freuen!

Bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Zeit und bleibt gesund!

Eure Anna : )

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